Nachklang Thementag „Nachhaltigkeit“

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Living Room Sommerveranstaltung

„Offenes Wohnzimmer – am Thementag „Nachhaltigkeit“ in der Stadtbibliothek

Regional und biologisch – Versorgung mit Lebensmitteln in Winterthur

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Klänge der Fujara-Flöte (Roderick Zeig) erfüllten das Treppenhaus der Stadtbibliothek. Die Musik lockte die Besucher/innen des Thementags „Nachhaltigkeit“ in das 3. OG, wo das „Offene Wohnzimmer“ aufgebaut war. Zur Einstimmung in die Sofagespräche wurde das Publikum zur „Sommerimprovisation“ eingeladen. Trommelrhythmen (Nathan Plancherel, GROOVES and OVERTONES) waren bald auch in den tiefer gelegenen Stockwerken zu hören.

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Den Anfang auf dem roten Sofa machte Reto Diener, in seiner Funktion als Genossenschaftspräsident vom Biofachgeschäft „Rägeboge“. Wir fragten ihn nach den Anfängen: Die Aufbruchstimmung in den 80ern hatte zur Gründung der ersten Bioläden in der Schweiz geführt. „Es war eine groovige Zeit“, erinnerte sich Reto Diener. Mittlerweile ist aus dem mit viel Idealismus aufgebauten Projekt das grösste unabhängige Biofachgeschäft der Schweiz geworden. Für die individuelle Konsumentin hält der Laden ein grosses Sortiment an Bio- und Fairtradeprodukten bereit. Nach biologischen Richtlinien produzierte Lebensmittel zu konsumieren, ist heute im Mainstream angekommen. Der „Rägeboge“ hat sich etabliert.

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Die Genossenschaft „gmüesabo“ ist ein Vertragslandwirtschaftsprojekt. In Thalheim an der Thur bewirtschaftet eine Gemüsebäuerin für die rund hundert Abonnent/innen des wöchentlichen Gemüsekorbes diverseste Sorten an einheimischem Gemüse (Bioknospe). Nicole Baur ist Abonnentin und hat Kommunikationsaufgaben übernommen: „Bei uns arbeiten die Abonnentinnen und Abonnenten beim Projekt mit, sei es auf dem Feld, beim Abpacken oder sie übernehmen Fahrdienste.“ Das stärke die Beziehungen innerhalb der Genossenschaft. „Man ist mehr eingebunden in das Projekt und hat einen ganz anderen Bezug zur Produktion der eigenen Lebensmittel“, sagt Nicole Baur begeistert. Sie zeigt dem Publikum, was aktuell im Korb ist: Salat, viel Salat, frischer Knoblauch, Kohlrabi, Kartoffeln …

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Nach der Pause öffneten wir den Blick und widmeten wir uns dem Thema „Globale Tischgemeinschaft“. Die regionale Produktion für Nahrungsmittel, welche bei uns gedeihen, ist das eine, das andere sind fair produzierter und gehandelter Kaffee, Mangos, Zitronen aus weit entfernten Weltgegenden. Mit Katharina Hetze vom Team Corporate Responsibility, ZHAW Scool of Management and Law stellten wir uns die Frage: Wie kann Ernährungssicherheit für alle auf der Erde lebenden Menschen verwirklicht werden? Sind die exportierenden Länder auf den Konsum von Südfrüchten in unseren Breitengraden angewiesen, sprich: Sind die ganzen vernetzten Handelsströme, welche die Ökologie belasten, für die Verteilungsgerechtigkeit unverzichtbar? Wäre es allenfalls zielführender, den eigenen Lebensstil einem für alle verträglichen Mass anzupassen?

Die Anwesenden haben sich engagiert ins nachfolgende Publikumsgespräch eingebracht. Fazit: Natürlich sind Mangos eine willkommene Bereicherung unseres Speisezettels. Es geht bei diesem Thema nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern darum, immer bewusster zu entscheiden und mit Verantwortung zu konsumieren.

Projektidee: Lebensmittel Gemeinschaft Winterthur (FoodCoop)

 

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